So beginnt der alltägliche Wahnsinn in der Wohngemeinschaft „Stadtinsel“ mit neun Bewohnern und 3 Mitarbeitern

Morgens aus dem Bett zukommen, müssen wir allein schaffen, denn unsere Betreuer kommen erst zum Mittag auf Arbeit.

Den Weg zur Werkstatt für Menschen mit Behinderung treten wir fast alle zeitgleich an. Zur Arbeit kommen wir entweder mit dem Fahrdienst, dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wenn wir nachmittags wieder nach Hause kommen, ist das Betreuerteam schon da. So ein Arbeitstag kann schon manchmal anstrengend sein, deswegen gibt’s erst mal Kaffee, schön gemütlich, wenn‘s geht mit allen an einem Tisch. Die Mitarbeiter der AWG nutzen diese Zeit gerne um uns mit Aufgaben und Dingen zu nerven, die wir noch erledigen müssen. Wir können aber auch alles klären, Sorgen, Probleme, Termine, Absprachen und auch schöne Erlebnisse und Erreichtes können wir bequatschen. Manchmal will  man nach Arbeit auch einfach alleine sein – dann können wir uns in unsere eigenen Zimmer zurückziehen und einfach mal nichts machen. 

Bis zum Abendbrot haben wir Zeit alles zu erledigen oder Einkäufe zu machen und natürlich unsere Freizeit zu genießen. Der Küchendienst hat in dieser Zeit alle Hände voll zu tun. Jeden Tag ist jemand anderes dran mit Einkaufszettel schreiben, Einkaufen gehen, Tisch decken und das Abendbrot vorbereiten. Wenn wir Hilfe brauchen, zum Beispiel beim Salat machen oder uns einfach mal die Ideen ausgehen, können wir uns immer an unsere Betreuer wenden. Sie stehen uns dann mit Rat und Tat zur Seite.

Um 18 Uhr gibt es dann lecker Abendbrot. Unsere Betreuer legen auch hier Wert darauf, dass wir möglichst alle da sind. Wenn wir dann alle gemütlich am Tisch sitzen, werden „Gruppendinge“ geklärt. Wer hat Ärger mit wem, was machen wir am Wochenende, was wird am nächsten Nachmittag gemacht? Und wir können auch erzählen, was wir den Tag über erlebt und gemacht haben. Manchmal sitzen wir nach dem Essen noch ewig da und quatschen.

Nach dem Essen gehen unsere Betreuer ins Büro und erlegen ihr „Schreibzeug“. Doch die Bürotür steht immer offen, sodass wir auch immer die Chance haben mit unseren Wünschen und Problemen an die Betreuer heranzutreten und Dinge zu klären, die nicht unbedingt die Gruppe etwas angehen. Ab 20.00 Uhr wird es dann ruhig im Haus. Unsere Betreuer haben Feierabend und wir gucken noch Fernsehen und lassen den Tag in der Gemeinschaftsküche ausklingen.

Am Wochenende lassen wir es dann auch mal gemütlicher angehen und starten unseren Tag mit einem gemütlichen Frühstück. Nachdem die Aufgaben erledigt  sind haben wir Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Entweder unsere Betreuer haben mit uns einen schönen Ausflug geplant oder wir gehen selbstständig mit Freunden oder  dem Partner ins Kino, spazieren oder in die Stadt Leipzig. Gern hängen wir auch einfach in der Kerneinrichtung auf den anderen Häusern ab.

Wir die AWG sind ein bunter Haufen von Persönlichkeiten. Manchmal geht es hier ruhiger und manchmal turbulenter zu.  Aber eins ist sicher: der Tag wird angenehmer mit einer guten Portion Spaß und Freude am Leben – auch wenn das Leben viele Kanten hat.

gruppenbild Bewohner

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