Der Fotozirkel stellt sich vor

Seit fünf Jahren gibt es nun in der Wohn- und Lebensgemeinschaft am Elstertal die interne Werkstatt „Fotozirkel“. Dies war für mich als Kulturpädagogin und Hobbyfotografin ein Herzenswunsch. Als feste Gruppe von derzeit drei Leuten treffen wir uns 14-tägig mittwochs. Zu den Fotokünstlern gehören zwei Bewohner aus Haus Gelb und einer aus Haus Blau.

Begonnen haben wir mit Rundgängen in unserer schönen Wohnstätte, mit ganz einfachen Fotoapparaten. Mit wachem Auge fotografierten wir unsere vielen verschiedenen Bäume, die liebevoll angelegten Blumenbeete und tollen Backsteinhäuser. Anfangs waren die Bewohner noch sehr aufgeregt, die Fotografien daher sehr wackelig und unscharf. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister! Und so hat sich die Bildqualität sehr zum Positiven verändert, worauf ich sehr stolz bin.

Fotografie ist für uns Kunst, Handwerk und Entspannung gleichermaßen und mehr als nur „auf den Auslöser drücken“. Zum Fotografieren braucht man Zeit, und die nehmen wir uns. Wir genießen die Ruhe, die frische Luft, sind viel achtsamer geworden und können uns mehr auf Details fokussieren, was sich in den Fotos widerspiegelt. Mittlerweile hat auch jeder eine Digitalkamera, so dass wir uns die Fotos im Anschluss gleich groß auf dem Bildschirm ansehen können. Dabei ist es für mich immer sehr herzerwärmend, mit wie viel Stolz und glücklichen Gesichtern meine Fotokünstler ihre Motive zeigen. Besonders toll ist natürlich auch, dass die Fotos gleichzeitig eine schöne Erinnerung an unsere gemeinsamen Momente sind. So können sich meine Künstler jährlich einen eigenen Fotokalender aus ihren Fotos gestalten. Verschiedene Motive haben wir auch schon in Form von Karten zu unserem Ostermarkt, Sommerfest und Adventsmarkt gegen eine Spende angeboten. Und auch in unserer internen Zeitschrift „Saison“, der Jahresausgabe „Wörter im Wind“ oder der monatlichen Kolumne unseres Einrichtungsleiters Mario Kulisch im „Schkeuditzer Boten“ gibt es regelmäßig Fotos und/oder Berichte von uns.

Da wir in der glücklichen Lage sind, in unserer Nähe den grünen Auenwald zu haben, sind wir auch dort viel unterwegs. Aber auch auf dem gegenüberliegenden Gelände des Altscherbitzer Krankenhauses haben wir schon schöne Motive gefunden. Größere Ausflüge traten wir in den Schlosspark Lützschena, an den Auensee Leipzig, den Wörlitzer Park, Südpark Merseburg und auf die Rudelsburg an.

Auch an Portraitfotografie haben wir uns herangewagt. Unsere letzte Ausstellung „SO ODER SO“ hing sogar letztes Jahr im Rathaus Schkeuditz. Auch sind wir im engen Kontakt mit dem KulturKreis Schkeuditz e.V., so dass wir sicher noch viele Ausstellungsmöglichkeiten (u.a. zu den jährlichen „Schkeuditzer Kulturtagen“) bekommen. Das freut uns sehr und stärkt natürlich das Selbstbewusstsein der Bewohner.

Wir hoffen, dass der Akku hält und wir noch lange die Möglichkeit für diese schöne Kunstform nutzen können.

Kathrin Bender
-Mitarbeiterin begleitender Dienst-
-Diplom-Kulturpädagogin-